Allerheiligen (Allerseelen) im Überblick + Feiertage (2020 - 2025) pro Bundesland

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Allerheiligen wird jedes Jahr am 1. November gefeiert; in manchen Bundesländern in Deutschland ist es sogar ein gesetzlicher Feiertag. Und auch in anderen christlich geprägten Ländern weltweit wird Allerheiligen gefeiert – wobei einige Traditionen gleich, andere aber völlig unterschiedlich sind.

ALLERHEILIGEN ALS GESETZLICHER FEIERTAG (BUNDESLÄNDER)

Warum und wo ist Allerheiligen ein Feiertag?

Allerheiligen ist nicht überall ein Feiertag. In welchen Bundesländern Allerheiligen als Feiertag begangen wird und welche Vorschriften und Traditionen in der jeweiligen Region gelten, hängt vorwiegend von der christlichen Prägung ab. Denn Allerheiligen ist nur in den katholisch geprägten Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Deshalb haben auch nicht alle in Deutschland an diesen Tagen frei oder überall die Läden geschlossen. Aufgeteilt in Feiertag und Nicht-Feiertag ist Allerheiligen in Deutschland folgendermaßen:

Allerheiligen – Feiertag:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland

Allerheiligen – kein Feiertag:

  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig Holstein
  • Thüringen

Allerseelen, welches am 2. November gefeiert wird, ist in ganz Deutschland kein gesetzlicher Feiertag.

 

Allerheiligen-Feiertag in 2019 – 2025

Der Feiertag Allerheiligen wird jedes Jahr am 1. November begangen; das Datum unterscheidet sich deshalb von Jahr zu Jahr nicht, doch der Wochentag variiert. So liegt der Feiertag oftmals günstig für ein langes Wochenende oder für einen Brückentag. Beachten sollten Sie hier auch die Schaltjahre, denn alle vier Jahr überspringt Allerheiligen einen Wochentag.

Allerheiligen in 2020: Da das Jahr 2020 ein Schaltjahr ist und einen Tag mehr hat, verschiebt sich Allerheiligen dieses Jahr um einen Tag. So findet der Feiertag dieses Jahr nicht an einem Samstag, sondern an einem Sonntag statt.

Allerheiligen in 2021: Allerheiligen im Jahr 2021 wird ein Montag sein, somit haben Bewohner der Bundesländer, in denen Allerheiligen ein Feiertag ist, ein verlängertes Wochenende.

Allerheiligen in 2022: Im Jahr 2022 wird Allerheiligen ein Dienstag sein. Somit können Sie sich mit einem Urlaubstag ein langes Wochenende  mit 4 Tagen schaffen.

 

Allerheiligen Feiertage 2019 - 2025 im Überblick

Allerheiligen Feiertage 2019 – 2025 im Überblick. © Serafinum.de

ALLERHEILIGEN - DEFINITION & BEDEUTUNG

Was ist Allerheiligen & was bedeutet es?

Den Süd- und Westdeutschen ist Allerheiligen heutzutage häufig nur noch als Feiertag bekannt. Im Osten und Norden hat der Tag beinahe keine Bedeutung, da er kein gesetzlicher Feiertag ist. Doch was steckt hinter Allerheiligen? Die Entstehung und Bedeutung des katholischen Feiertages geht auf das 4. Jahrhundert zurück und hat sich im Laufe der Geschichte immer weiter entwickelt. Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei Allerheiligen (lat. Festum Omnium Sanctorum) um einen Feiertag, an welchem allen Heiligen sowie allen Verstorbenen, von deren Heiligkeit nur Gott weiß, gedacht werden soll. Allerheiligen in ein Feiertag mit langer Tradition in der christlichen Geschichte. Er wird immer am 1. November gefeiert und liegt somit zwischen Halloween und dem Reformationstag am 31. Oktober und Allerseelen am 2. November.

 

 

Geschichte von Allerheiligen

An Allerheiligen soll allen bekannten und unbekannten Heiligen gedacht werden. Hierfür extra einen Feiertag einzuführen, hatte letztendlich praktische Gründe. Im Laufe vieler Jahrhunderte der christlichen Kirche waren es schlicht und einfach zu viele bekannte Heilige, um jedem einen eigenen Feiertag zu widmen. So wurde ein Tag festgelegt, welcher allen Heiligen gewidmet sein sollte. Die Ursprünge des Gedenktags der Heiligen gehen bereits auf das 4. Jahrhundert zurück. Christen der Ostkirche gedachten am Sonntag nach Pfingsten – dem sogenannten Herrentag aller Heiligen – den verstorbenen Heiligen. Festgesetzt wurde der Feiertag dann von Papst Bonifatius IV. am 13. Mai 609 (oder 610), indem er das Pantheon in Rom weihte. Dieses war ein bisher für alle Götter Roms geweihtes Heiligtum. Durch die Weihung des Papstes wurde das Pantheon der Jungfrau Maria und allen Märtyrern gewidmet. Im 7. Jahrhundert wurde Allerheiligen am Freitag nach Ostern begangen, da der Tag eng mit den Inhalte der Osterfeierlichkeiten zusammenhängt. Erst viele hundert Jahre später weihte Papst Gregor III. eine Kapelle in der Basilika St. Peter allen Heiligen und beschloss, dass Allerheiligen fortan am 1. November gefeiert werden sollte. Zunächst galt diese Regel nur für Rom, verbreitete sich aber nach und nach in ganz Europa. Papst Gregor IV. war dann im Jahre 835 derjenige, der den 1. November als offiziellen Feiertag für Allerheiligen festlegte. Der Grund, warum der Feiertag auf dieses Datum gelegt wurde, hatte ebenfalls eher praktische Gründe: Nach dem Sommer waren die Lebensmittelvorräte reichlich und die Menschen konnten sich mit dem Abschließen der Ernte auf das Gedenken der Verstorbenen konzentrieren. Die Ostkirche schloss sich dem nicht an, wodurch Allerheiligen in der orthodoxen Kirche heutzutage immer noch am ersten Sonntag nach Pfingsten gefeiert wird.

 

Allerheiligen und Allerseelen mit Grablichtern zum Gedenken an Verstorbene

An Allerheiligen und Allerseelen wird mit Grablichtern und Grabgestecken an Verstorbene gedacht.

ALLERHEILIGEN ALLERSEELEN - UNTERSCHIEDE

Worin unterscheiden sich Allerheiligen und Allerseelen?

Nicht lange nach der Einführung von Allerheiligen, nämlich nur etwa 200 Jahre später im Jahre 998, führte der Abt Odilo von Cluny Allerseelen ein. Dieser Tag sollte dafür da sein, allen Seelen im Fegefeuer zu gedenken. Nach katholischem Glauben kann durch das Gedenken an die Verstorbenen deren Aufenthalt im Fegefeuer verkürzt werden und sie ziehen früher ins Himmelreich ein. Nachdem am 1. November allen Heiligen gedacht werden soll, geht es bei Allerseelen um alle Verstorbenen. Der zentrale Gedanke ist dabei der Glaube an die Auferstehung und an ein Leben nach dem Tod. Kurz gesagt ist der Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen, dass an Allerheiligen den bekannten und unbekannten Heiligen – den Märtyrern – gedacht wird und an Allerseelen alle verstorbenen Seelen im Fegefeuer. Im Gegensatz zu Allerheiligen ist Allerseelen in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag, sondern nur ein kirchlicher. Jedoch sind die beiden Feste mittlerweile zu einem zusammengewachsen, sodass in der Regel an Allerheiligen auch Allerseelen gefeiert wird.

 

Unterschied zwischen Allerheiligen & Allerseelen im Überblick

Unterschied zwischen Allerheiligen & Allerseelen im Überblick. © Serafinum.de

BRAUCHTUM ZU ALLERHEILIGEN

Welche Brauchtümer werden zu Allerheiligen & Allerseelen begangen?

Allerheiligen ist durch viele unterschiedliche Bräuche geprägt, die sich in den verschiedenen Regionen Deutschlands stark unterscheiden. Je nachdem, ob das Fest im Osten, Westen, Süden oder Norden der Bundesrepublik begangen wird, werden unterschiedliche Traditionen gepflegt. Auch waren die Bräuche in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten deutlich ausgeprägter, da die christlichen Traditionen im Allgemeinen noch eine größere Bedeutung für einen Großteil der Menschen hatte. Dennoch wird auch heute noch die ein oder andere Tradition begangen, die an die ursprünglichen Bräuche zu Allerheiligen erinnern und sich an den Verhaltensweisen der eignen Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern orientieren. In den folgenden Abschnitten geben wir Ihnen einen Überblick über die bekanntesten Traditionen. In einigen Regionen oder anderen Ländern können sich diese im Namen oder in Details unterscheiden, dennoch ist der Ursprungsgedanke der verschiedenen Bräuche immer relativ ähnlich.

 

Grabdekoration zu Allerheiligen mit Grablichtern und Chrysanthemen als traditioneller Allerseelenstock

Grabdekoration zu Allerheiligen sind Grablichter und traditionelle Allerseelenstöcke aus Chrysanthemen.

Allerheiligengebäck

Im südlichen Raum Deutschlands sowie in Teilen Österreichs ist zu Allerheiligen der sogenannte Allerheiligenstriezel oder Allerseelenwecken üblich. Das ist ein aus Hefeteig bestehendes und in Form eines Zopfes geflochtenes Gebäck, welches mit Hagelzucker bestreut ist. Ähnlich ist auch die Himmelsleiter, ein ebenfalls aus Hefeteig bestehendes Gebäck in S-Form, welches die Sprossen einer Leiter darstellen soll. In einigen Regionen werden andere Formen des Allerseelengebäcks verteilt. So sind beispielsweise Seelenbrezen und andere Backwaren aus Hefeteig oder Lebkuchen auch heute noch in den Bäckereien zu finden. In vergangenen Jahrhunderten war es üblich, diese Gebäcke an die eigenen Patenkinder oder an heiratswillige Frauen zu verschenken, an Bedürftige und Arme zu spenden oder den Verstorbenen ans Grab zu legen. Die meisten Traditionen dieses Gebäcks werden heutzutage jedoch nicht mehr ausgeführt.

 

 

Allerheiligenmarkt

In einigen Regionen wird zu Allerheiligen ein Allerheiligenmarkt ausgerichtet. Das Fest wird wie ein Jahrmarkt gefeiert und findet meist am auf die Feiertage folgenden Wochenende statt. Eine solche Kirmes bietet häufig Fahrgeschäfte, Marktbuden mit Essen und Getränken, Flohmärkte Feuerwerke und vieles mehr. Auch Umzüge und verkaufsoffene Sonntage sind bei Allerheiligenmärkten keine Seltenheit. Besonders im Westfälischen Soest ist die Allerheiligenkirmes eine Berühmtheit, da sie als Europas größte Altstadtkirmes bezeichnet wird. Obwohl Allerheiligen eigentlich ein stiller Feiertag ist und an diesem Tag Tanzveranstaltungen und Sportveranstaltungen verboten sind, wird in einigen Regionen dennoch, zumindest am Wochenende danach, gefeiert. Darüber hinaus gibt es um diese Zeit oft Martinimärkte, die den Allerheiligenmärkten stark ähneln. So haben sich Ortschaften und Städte im Laufe der Zeit ihre eigenen Traditionen geschaffen, um ihren Bewohnern und Touristen etwas zu bieten.

 

Brauchtümer zu Allerheiligen & Allerseelen im Überblick

Brauchtümer zu Allerheiligen & Allerseelen im Überblick. © Serafinum.de

Der Allerseelenstock

Auch der Allerseelenstock wird heutzutage nicht mehr im traditionellen Sinn verwendet, sondern wurde an moderne Geschmäcker angepasst. Ursprünglich handelte es sich beim Allerseelenstock um einen Grabschmuck aus weißen Chrysanthemen. Diese symbolisierten die Liebe, die auch nach dem Tod weiter besteht und somit den eigentlichen Sinn Allerheiligens deutlich machte. Heutzutage werden aber unterschiedlichste Grabgestecke im weitesten Sinne als Allerseelenstock bezeichnet. So sind beispielsweise immergrüne Pflanzen wie beispielsweise die Thuja oder winterhartes Heidekraut in Kombination mit anderen Pflanzen zu beliebten Grabdekorationen für Allerheiligen geworden. Die Tradition – das Grab an Allerheiligen winterfest zu machen und mit winterharten Pflanzen zu schmücken – ist aber geblieben. So wird der Feiertag auch heute noch zum Anlass genommen, um die Gräber von verstorbenen Angehörigen für die kalte Jahreszeit vorzubereiten.

 

 

Der Allerseelengang

Beim Allerseelengang werden Friedhöfe von Angehörigen, Freunden und Bekannten der Verstorbenen besucht. Zuvor werden die Gräber aber hergerichtet und geschmückt. Deshalb nehmen viele Angehörigen Allerheiligen auch zum Anlass, die Gräber der Verstorbenen winterfest zu machen, neu zu bepflanzen, von Unkraut und Laub zu befreien und den Grabstein zu reinigen. So ist das Grab wieder wunderschön anzusehen und kann beim Allerseelengang besucht werden. Die geschmückten Gräber werden dann von einem Geistlichen gesegnet und im Anschluss wird auf dem Friedhof eine Messe oder eine Totenfeier abgehalten. Dieser Brauch ist für viele Menschen wichtig, da er oft zum Anlass genommen wird, die Gräber der Angehörigen wieder herzurichten und ansehnlich zu machen. Beim Allerseelengang können sie dann all ihrer verstorbenen Familienmitglieder und Freunde gedenken und für sie beten.

 

Das Allerseelenlicht

Das Allerseelenlicht ist ein rotes Licht, das entweder als echte Kerze oder als lange brennendes, elektrisches Licht auf das Grab gestellt wird. Aufgrund des schönen Anblicks, den das rote Schimmern auf dem Grab verteilt, wird das Allerseelenlicht gerne das ganze Jahr über auf das Grab gestellt. Der Ursprung des Lichts war aber ein anderer: Die Kerze wurde als Opfergabe an die Seelen im Fegefeuer betrachtet. Mit dem Licht sollten die ziellos wandelnden Seelen ihre Ruhestätte finden. Heutzutage hat sich die Bedeutung des Lichts geändert. Sie wird in der katholischen Kirche als Symbol für die Auferstehung und das Leben nach dem Tod angesehen und repräsentiert die Worte Jesu: „Ich bin das Licht der Welt“. Beim Allerseelengang werden diese Lichter dann entzündet, sodass auf dem gesamten Friedhof ein Lichtermeer entsteht.

 

Ursprünglich sind Allerseelenlichter Grabkerzen als Opfergabe an die Seelen im Fegefeuer

Allerseelenlichter sind Grabkerzen, die ursprünglich als Opfergabe an die Seelen im Fegefeuer zu Allerheiligen und Allerseelen auf die Gräber gestellt wurden.

ALLERHEILIGEN & HALLOWEEN

Was hat Allerheiligen mit Halloween zu tun?

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussehen mag, stehen Allerheiligen und Halloween durchaus in Verbindung miteinander. Genau genommen hat der Begriff die englische Abstammung „All Hallows‘ Eve“, was übersetzt bedeutet: Aller Heiligen Vorabend. Die Gestaltung des Abends vor Allerheiligen war vor allen Dingen im katholischen Irland ein weit verbreitetes Brauchtum. Irische Einwanderer brachten diese Bräuche schließlich in die USA und so verbreitete sich dort das heute bekannte Halloween. Die heute noch verbreiteten Traditionen zu Halloween gehen auf unterschiedlichste christliche und heidnische Bräuche der letzten Jahrhunderte zurück. So geht beispielsweise der Brauch, dass Kinder von Haus zu Haus gehen und mit „trick or treat“ – also „Süßes oder Saures“ – nach Süßigkeiten fragen, auf den Brauch zurück, dass arme Kinder an Allerheiligen einen Allerseelenkuchen bekamen. Das Verkleiden an Halloween hat seinen Ursprung angeblich in der heidnischen Tradition, dass durch das Verkleiden böse Geister vertrieben werden sollten. Eine Verbindung zwischen den verschiedenen Traditionen sind heute aufgrund mangelnder Belege aber nicht mehr haltbar und werden von Experten vielmehr als Projektion historischer Ereignisse angesehen. Auf welche Traditionen sich die Bräuche zu Halloween also wirklich stützen, ist nicht eindeutig belegbar.

All Hallow’s Eve (dt. Aller Heiligen Vorabend) ist der Ursprung des heutigen Halloweens.

TANZVERBOT AN ALLERHEILIGEN

Warum gilt an Allerheiligen ein gesetzliches Tanzverbot & was bedeutet das?

Da Allerheiligen ein sogenannter „stiller Feiertag“ ist, gilt an diesem Tag ein Verbot für öffentliche Tanzveranstaltungen. Das stößt oft vor allem jungen Menschen sauer auf, die den Feiertag als perfekte Gelegenheit ansehen, um abends in eine Disko oder zu einem Konzert zu gehen, das aber aufgrund des Tanzverbots an diesem Tag nicht können. Was das Tanzverbot an Allerheiligen genau bedeutet, das unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland und wird über die sogenannten Feiertagsgesetze geregelt. Fest steht aber, dass einige Geschäfte an einem stillen Feiertag nicht öffnen und einige Veranstaltungen nicht stattfinden dürfen. Doch das Tanzverbot gilt nicht ausschließlich für stille Feiertage, sondern wurde in der Vergangenheit schon häufig vom Staat angeordnet, damit sich die Bevölkerung bestimmten Situationen angemessen verhält. Wann und wie das Tanzverbot eingesetzt wird und was dann alles verboten ist, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten ausführlich im Überblick.

 

Hintergrund des Tanzverbots

Tanzverbot bedeutet, dass große Tanz- und Sportveranstaltungen aus moralischen Gründen nicht gestattet sind. Ursprünglich wurde es zu bestimmten Zeiten im Kirchenjahr eingeführt, da fröhliche Feste zu diesen Zeiten als unangemessen und pietätlos angesehen wurden. So galt in der christlichen Religion in Deutschland beispielsweise im Advent und während der Fastenzeit ein Tanzverbot, welches später auch auf die Karwoche bis zum Ostersonntag ausgeweitet wurde. Das Tanzverbot hat in vielen Kulturen eine lange Tradition. An bestimmten Tagen oder zu bestimmten Zeitpunkten galt das Tanzen als unangemessen und wurde deshalb verboten. Das gibt es nicht nur bei christlichen Feiertagen wie Allerheiligen, sondern wurde auch während Kriegszeiten zeitweise bestimmt. Dass viele öffentliche Aktivitäten und Veranstaltungen an Allerheiligen verboten sind, liegt daran, dass der Tag des Gedenkens an die Toten in Stille begangen und nicht gestört werden soll.

 

Verbote an Allerheiligen

Ein Tanzverbot bedeutet in der Regel genau das: Öffentliche Tanzveranstaltungen und Tanzunterhaltungen sind während des Feiertags nicht erlaubt. An Allerheiligen ist in den Bundesländern meist ein Tanzverbot zwischen 2:00, 3:00 oder 4:00 Uhr morgens bis 24:00 Uhr nachts festgelegt. Das bedeutet, dass in der Nacht davor, also vom 31. Oktober auf den 1. November, bis zur im jeweiligen Bundesland festgelegten Uhrzeit noch Tanzveranstaltungen stattfinden dürfen. Doch nicht nur das Tanzen ist an Allerheiligen untersagt. Es werden einige weitere Aktivitäten untersagt, die zumeist bei Jugendlichen auf Unverständnis stoßen. So sind beispielsweise Sportveranstaltungen nicht erlaubt. Fußballspiele und andere öffentlichen sportlichen Events dürfen also an Allerheiligen nicht abgehalten werden. Darüber hinaus dürfen Märkte, Messen, Volksfeste und Geschäfte an Allerheiligen nicht geöffnet werden. Ausgeschlossen aus dieser Regelung sind Bäckereien und Blumenhändler. Diese dürfen, wie an Sonntagen auch, fünf Stunden öffnen.

 

Film-Verbote an Allerheiligen

An diesem stillen Feiertag dürfen eine Reihe von Filmen, welche nicht des sittlichen Empfindens entsprechen, nicht gezeigt werden. Die Auswahl, welche Filme dazu gehören, trifft die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). So kann es durchaus passieren, dass einige Filme an Allerheiligen nicht im Kino gezeigt werden. Um sich an die Vorgaben zu halten, erhielten Kinobetreiber von der SPIO (Spitzenorganisation der Filmwirtschaft) eine Liste mit Filmen, die an Allerheiligen und an anderen Feiertagen nicht gezeigt werden dürfen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Für eine Handvoll Dollar
  • Tanz der Vampire
  • Monty Pythons – Das Leben des Brian
  • The Rocky Horror Picture Show
  • Der Terminator
  • Lammbock
  • Dumm und Dümmer 2
  • Freddie Vs. Jason

Und viele weitere Filme mehr. Insgesamt stehen auf dieser Liste etwa 750 Stück.

 

DIE SCHÖNSTE GRABBEPFLANZUNG ZU ALLERHEILIGEN

Welche Grabbepflanzung eignet sich für Allerheiligen?

Grabgestaltung zu Allerheiligen traditionell mit Chrysanthemen und Grablichtern

Die Grabgestaltung zu Allerheiligen und Allerseelen bestand ursprünglich aus Allerseelenstöcken aus Chrysanthemen und Grablichtern – sogenannten Allerseelenlichtern.

Da Allerheiligen als Anlass genutzt wird, um das Grab von Verstorbenen für den Winter vorzubereiten, sollten Sie bei der Wahl der Pflanzen einige Dinge beachten. Wichtig ist vor allen Dingen, winterharte bzw. ganzjährige Pflanzen oder Winterblüher zu verwenden. Die Besenheide gehört zu den beliebtesten Pflanzen, um das Grab im Winter zu dekorieren. Doch auch die Christrose ziert das Grab in den kalten Monaten wunderschön, genauso wie Astern in den verschiedensten Farben. Ein weiteres wunderschönes Pflänzchen für die herbstliche und winterliche Grabbepflanzung ist das Alpenveilchen, welches auch kalten Temperaturen trotzen kann und in den dunklen Monaten das Grab mit schönsten Farben dekoriert. Anemone, Herbstmargeriten, Herbstzeitlose, Fetthenne, Sonnenhut und Viola machen die Grabbepflanzung perfekt. Kombinieren Sie die Blühpflanzen mit immergrünen Gewächsen wie beispielsweise Mauerpfeffer, Immergrün oder Scheinbeere. Auch Thuja und Efeu sind beliebte Pflanzen für eine robuste und unempfindliche Grabgestaltung in den kalten Monaten.

 

 

GRABGESTECKE FÜR ALLERHEILIGEN

Welche Grabgestecke eignen sich für Allerheiligen?

Traditionell wird das Grab an Allerheiligen mit einem Allerseelenstock dekoriert. Der Allerseelenstock bestand ursprünglich ausschließlich aus weißen Chrysanthemen, welche Liebe, die über den Tod hinaus besteht, symbolisieren soll. Neue Trends in der Grabgestaltung entwickelten aber ein breites Angebot an Stöcken, Kränzen, Legesträußen und anderen Gestecken aus unterschiedlichsten Pflanzen. Grabgestecke werden in der Regel von Gärtnereien oder Blumenläden hergestellt. Hier gibt es eine große Auswahl an fertigen Gestecken, aber auch ein Gesteck speziell nach Ihren Wünschen ist möglich. Übermitteln Sie dem Florist Ihre Wunschfarbe oder eine Blume, die auf jeden Fall verarbeitet werden soll, kreiert dieser daraus ein schönes, individuelles Stück. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass die von Ihnen ausgewählten Pflanzen kalte Temperaturen überstehen können. Haben Sie in diesem Bereich keine ausgeprägten Kenntnisse, so berät der Florist Sie hier gerne und gibt Ihnen Empfehlungen für Grabgestecke, die für lange Zeit das Grab dekorieren und nicht zu schnell verderben.

 

 

PASSENDE GRABDEKORATION ZU ALLERHEILIGEN

Womit kann ein Grab an Allerheiligen am besten geschmückt werden?

Einzelne Dekoelemente verschönern das Grab zur Allerheiligen-Zeit, im Herbst und im Winter zusätzlich zu winterfester Bepflanzung und Grabgestecken. Traditionell werden zu Allerheiligen und Allerseelen rote Grablichter auf das Grab gestellt und angezündet. Diese sogenannten Allerseelenlichter tauchen das Grab in ein wunderschönes, warmes Licht. Passend dazu können Sie kleine Grabfiguren, wie beispielsweise Engel, Madonnen, gefaltete Hände, Herzen, Vögel oder Jesusfiguren auf dem Grab dekorieren. Doch auch andere Elemente, wie zum Beispiel ein Weihwasserschälchen harmoniert perfekt zur herbstlichen Grabbepflanzung. Ist Ihnen die Grabkerze, das Allerseelenlicht, nicht genug, so können Sie Grablaternen ergänzen. Diese gibt es in den verschiedensten Designs, Farben und Ausführungen. Von modern über klassisch bis hin zu außergewöhnlich sind auf dem Markt Modelle zu finden. Ergänzen Sie dann noch eine Grabvase, in welche Sie regelmäßig einen neuen Strauß Schnittblumen stecken können, so ist das von Ihnen gepflegte Grab den ganzen Winter über wunderschön anzusehen und eine harmonische Stätte, um sich an den Verstorbenen zu erinnern und um ihn zu trauern.

 

Allerseelenlichter zu Allerheiligen auf den Friedhöfen

Allerseelenlichter werden zu Allerheiligen und Allerseelen auf den Friedhöfen aufgestellt.

 

 

ALLERHEILIGEN IN ANDEREN LÄNDERN

Wie wird Allerheiligen in anderen Ländern gefeiert?

Die Tradition des Totengedenkens ist nicht nur im europäischen Raum weit verbreitet. Auch andere Länder, in welchen unter anderem der christliche Glaube verbreitet ist, pflegen die Tradition am 1. und 2. November. Dabei werden die Feierlichkeiten zu diesem Tag in den verschiedenen Ländern aber völlig unterschiedlich begangen. Während in anderen deutschsprachigen Ländern wie beispielsweise Österreich die Traditionen relativ ähnlich sind, pflegt die Bevölkerung in entfernteren Ländern andere Traditionen, die bei uns auf Unverständnis stoßen könnten. Jedoch hat jede Kultur ihre eigene Art, mit dem Tod umzugehen und so gestaltet sich die Tradition in jedem Land interessant und erlebenswert. So ist beispielsweise die Art mit dem Tod umzugehen in Mexiko eine völlig andere als in Deutschland. Die Traditionen des Dia de los Muertos haben sich längst in der Welt herumgesprochen und werden von vielen Menschen begrüßt. Doch auch auf den Philippinen gestaltet sich das Allerheiligenfest anders als bei uns. Welche Traditionen in anderen Ländern gepflegt werden, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

 

Mexiko: Dia de los Muertos

Der Dia de los Muertos („Tag der Toten“) wird traditionell in Mexiko gefeiert. Die Festivitäten dauern vom Vorabend von Allerheiligen bis zur Mitternacht an Allerseelen. Im Gegensatz zu anderen Kulturen wird in Mexiko der Tag der Toten bunt und fröhlich gefeiert. Mexikaner glauben, dass die Toten während dieser Tage zurückkehren, um ihre Hinterbliebenen zu besuchen. Deshalb zielen viele Bräuche am Dia de los Muertos darauf ab, den Verstorbenen den Rückweg zu ihren Familien so schön wie möglich zu machen. Einheimische schmücken die Straßen mit Blumen und dekorieren sie mit Skeletten, Totenköpfen und anderen Symbolen. Das Zentrum der Feierlichkeiten sind die sogenannten Ofrendas, also Gabentische für die Verstorbenen, welche von Hinterbliebenen in ihren Häusern und an öffentlichen Plätzen aufgestellt werden. Sie werden reich dekoriert: mit Blumen, Essen, Getränken und persönlichen Erinnerungsstücken. Damit sollen sich die Verstorbenen auf ihrer Reise stärken und die Gaben mit ins Totenreich nehmen können.

Philippinen: Araw ng mgba Patay

Allerheiligen und Allerseelen wird auch auf den Philippinen am 1. und 2. November gefeiert. Das Fest des Tags der Toten nennt man dort Araw ng mgba Patay, Allerheiligen wird als Undas bezeichnet. In der Regel werden die Toten auf den Philippinen mit fröhlichen Festen gefeiert, doch die beiden Feiertage werden auch hier mit Ruhe und Respekt begangen. Traditionell fahren philippinische Familien zu diesen Feiertagen in die Heimat ihrer Eltern, um die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen herzurichten und herauszuputzen. Der Tag der Toten wird dort gemeinsam mit den lebenden und den toten Familienmitgliedern gefeiert. Dazu strömen Millionen Filipinos auf die Friedhöfe, auf denen ihre Angehörigen liegen. Ausgestattet mit Blumen, Kerzen, Essen und Getränken treffen Sie sich dort, um ein Picknick mit ihren Familien zu veranstalten und den Tag gemeinsam zu verbringen.

 

ZUSAMMENFASSUNG

Welche Punkte sind wichtig beim Thema Allerheiligen?

Allerheiligen ist ein Fest mit langer Tradition in der christlichen Kirche und wird jedes Jahr am 1. November gefeiert. Eng verbunden ist es mit Allerseelen am 2. November und Halloween am 31. Oktober, da alle Feste einen ursprünglich religiösen Hintergrund besitzen. An Allerheiligen soll allen Heiligen, den bekannten wie den unbekannten, gedacht werden, die bei Gott sind. Allerseelen ist ein Fest für alle verstorbenen Seelen, die noch im Fegefeuer von ihren Sünden gereinigt werden. Durch Erinnerung und Gebete der Lebenden soll ihre Zeit im Fegefeuer verkürzt werden. Deshalb sind Allerheiligen und Allerseelen im Laufe der Zeit zusammengeschmolzen zu einem Fest, an welchem allen Toten gedacht wird. Einige Traditionen wie das Allerseelenlicht oder der Allerseelengang werden heute noch gepflegt, andere geraten langsam in Vergessenheit. Das Fest ist ein stiller Feiertag, weshalb an Allerheiligen ein Tanzverbot in einigen Bundesländern gilt. In anderen Ländern, in welchen Allerheiligen ebenfalls gefeiert wird wie beispielsweise Mexiko, wird der Tag der Toten aber mit völlig anderen Traditionen begangen. Hier soll der Tag ein großes Fest mit Blumen, Musik und Freude sein. So hat jede Kultur ihre eigenen Bräuche, mit welchen sie ihre Verstorbenen würdigt.

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Häufige Fragen

🕊 Wann ist Allerheiligen dieses Jahr?

Allerheiligen ist jedes Jahr am 1. November. Dieses Jahr fällt der 01.11.2020 auf einen Sonntag.

Hier finden Sie weitere Informationen.

🕊 Wie kann ein Grab an Allerheiligen gestaltet werden?

Bei der Grabbepflanzung zu Allerheiligen sollten Sie darauf achten, dass Sie sich für winterharte Pflanzen bzw. für Winterblüher entscheiden. Beliebt sind beispielsweise Herbstastern, Heidekraut, Sonnenhut, Thuja, Efeu oder Chrysanthemen.

Hier finden Sie weitere Informationen.

⛪ Was feiert man an Allerheiligen?

An Allerheiligen soll den bekannten und unbekannten Heiligen gedacht werden, die bereits verstorben sind. An Allerseelen wird aller Toten gedacht, die im Fegefeuer von ihren Sünden gereinigt werden. Durch Beten und Gedenken soll ihre Zeit im Fegefeuer verkürzt werden, sodass sie schneller von ihren Qualen befreit werden.

Hier finden Sie weitere Informationen.

🕊 Ist Allerheiligen ein stiller Feiertag?

Ja, Allerheiligen gehört zu den stillen Feiertagen. Das heißt, dass an diesem Tag Tanzveranstaltungen, Sportveranstaltungen und Konzerte verboten sind. Die genauen Zeiten, von wann bis wann das Tanzverbot an Allerheiligen gilt, ist in jedem Bundesland unterschiedlich.

Hier finden Sie weitere Informationen.

✏️ In welchen Bundesländern ist Allerheiligen ein Feiertag?

Allerheiligen ist in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Hier finden Sie weitere Informationen.

veröffentlicht am: 19 Mai 2020 - aktualisiert am: 09 September 2020

Autor bei Gartentraum

Jenny Röck

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