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Der Umgang mit dem Tod und den damit behafteten Gebräuchen kann sich von Kultur zu Kultur unterscheiden, gleich ob ihre Wohnräume nebeneinander liegen oder von tausenden von Kilometern getrennt werden. So verhält es sich auch mit unserem Nachbarn Österreich in Bezug auf die Grabgestaltung.

Bereits im Süden Deutschlands erkennen wir das Hauptmerkmal Österreichischer Friedhofsgestaltung wieder: Schmiedeeiserne Grabkreuze. Ähnlich wie Grabsteine dienen sie dazu, die Daten des Verstorbenen auf gebührende Weise zu ehren und kunstvoll zu umschmeicheln.

Die Blütezeit der Eisenkunst brach in Österreich ab dem 16. Jahrhundert an und leitete das Zeitalter der Kreuze ein. Ein Grabkreuz besteht in der Regel aus einem christlichen Kreuz, einer Namenstafel oder Namenskastel, einem Dach sowie einem Weihbrunnenkesselhaken, der jedoch auch als ein Lichthaken geformt sein kann.

Unsere Empfehlungen für moderne Grabkreuze:

Die Materialvielfältigkeit von Grabkreuzen

Ein Blick auf österreichische Friedhöfe verrät, dass einmal die Silber-Schwarze Gestaltung von Grabkreuzen überwogen hat, was dem Einfluss der spanischen Hofetikette zu verdanken ist, wo Schwarz die dominante Kleidungsfarbe bildete. Solche schmiedeeiserne Kreuze werden auch heute noch hergestellt. Dabei wird Eisen bei über 1000 Grad nach künstlerischen Zeichnungen geformt und anschließend für eine lange Haltbarkeit im Freien feuerverzinkt und beschichtet.

Früher wurde Eisen eine zauberabwehrende Wirkung zugeschrieben und galt durch die Kraft des Feuers als besonders rein. Mittlerweile gibt es jedoch weitere vielfältige und individuelle Herstellungsverfahren, bei denen Materialien wie Bronze, Edelstahl und Messing miteingebunden werden. Moderne Techniken mit Rost und farbigen Beschichtungen setzen der Phantasie keine Grenze. Es kommt demnach ganz auf die eigenen Vorstellungen und das Können der Künstler an, welche Form das Grabkreuz am Ende erhält.

Gestaltungen und Formen von Grabkreuzen im österreichischen Raum

Grundsätzlich dreht sich alles um das Kreuz, das aus gleichlangen Quer-und Längsbalken bzw. kürzeren Querbalken konstruiert ist. Warum ein Kreuz als Grabstein verwendet wird, lässt sich auf seine Bedeutung im Altertum zurückführen, wo Kreuzigungen noch an der Tagesordnung standen. Dabei wurde unter den Hingerichteten ebenfalls eine Tafel mit Name und Schuld gesetzt, während das symbolische Kreuz lediglich in Form von einem Fisch, Schiffsmasten etc. geläufig war. Darüber hinaus versinnbildlicht es die Kreuzigung Jesus Christus und damit seine Auferstehung als Zeichen für das ewige Leben. Ab dem 19. Jahrhundert finden zahlreiche Kruzifixe im Kreuzbalkenschnittpunkt Platz. Sie sind bis heute ein beliebtes Gestaltungsmittel.

Besonderes Aufsehen erregt die Spiralenzier oder das Gitter eines Grabkreuzes, das im Laufe der Jahrhunderte immer wieder anders gestaltet und interpretiert wurde. Spiralen finden allgemein überall dort Verwendung, wo es zur Bearbeitung von Bronze, Gold und Eisen kam. In den frühesten Grabkreuzen Österreichs handelte es sich dabei um eher schlichte, geometrische Formen, die sich um den Schnittpunkt der Kreuzbalken rankten und bei reicheren Varianten am Kreuzfuß fortsetzten. Ab dem 17. Jahrhundert wurde die Form der Spirale ausgeweitet, die Enden verdickten sich und gingen in einzelne Blätter über.

Während im Rokoko vor allem Blumenästchen sowie lanzettförmige Blätter beliebt waren, konzentrierte sich die Empirekunst auf Lorbeerkränze und Bandschleifen. Ab dem Biedermeier wurden die Grabkreuze schlichter und einfacher gestaltet. Moderne Varianten bedienen sich unterschiedlichster Gestaltungselemente aus allen Epochen: Dem Strahlenkranz, lilienförmigen Auszierungen, die auf die Schuldlosigkeit der Gekreuzigten hinweisen, Früchte wie Weintrauben und Blumenelemente. Auch Symbole werden oftmals in das Gitter des Grabkreuzes integriert. Darunter fallen sowohl weltliche Symbole wie die Sense als Zeichen des Todes, aber auch Madonna-Skulpturen, Engelsfiguren, Rosen oder die Dornenkrone.

Geschützt wird das Grabkreuz von einem Blechdach, das sich ebenfalls in der Form je nach Entstehungszeitraum und Landschaftsstrich unterscheidet. Allerdings wurde festgestellt, dass sich die Konzeption nach der Bauart der Dächer von umliegenden Bauerhäusern richtet. Solche Blechdächer veranschaulichten eine Zone des überirdischen Schutzes, enthielten jedoch auch einen praktischen Nutzen, indem sie die oft reich verzierten Namenschilder vor Witterungseinflüssen bewahrten. Die Namentafeln wurden zu Beginn des Grabkreuzes in dessen Mitte gesetzt, später verlagerten sie sich aufgrund der aufwendigen Gitterzier an das Fußende. Ähnlich wie dieses wurden auch sie je nach Epoche mehr oder weniger künstlerisch ausgebaut. Im Laufe der Jahre haben sich bunt bemalte, gezackte, glatte und geschwungene Varianten angehäuft.

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Wunderschöne Grabkreuze als Denkmal für geliebte Menschen

Von Hand gefertigte Grabkreuze sind einzigartige Denkmäler für einen besonderen Menschen und können alleinstehend oder in Kombination mit einem Grabstein auf dem Friedhof aufgestellt werden. Durch einen passenden Sockel aus Naturstein heben sie die Daten des Verstorbenen ins Zentrum des Gedenkens und werden zu Orten des stillen Erinnerns. Angehörige können selbst entscheiden, ob sie ein Grabkreuz mit Schrifttafel anfertigen lassen möchten und ob sie weitere Elemente wie einen Weihwasserkessel, eine Vase oder eine Laterne dazu kombinieren möchten. Hierfür besitzen viele Grabkreuze einen Haken, der im Fuß aus den Eisenstreben erwächst.

Bildnachweis: Titelbild © Jörg Hackemann – Fotolia.com

Über den Autor

Bianca Geurden entdeckte bereits in jungen Jahren eine Leidenschaft für die textliche Gestaltung, die sie nach einem Studium der Germanistik und Kommunikationswissenschaften zu Serafinum.de führte. Hier kann sie ihre Vorliebe für Wörter damit verbinden, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen und die Kunstfertigkeit des Steinmetzhandwerks zu vermitteln.

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