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Viele Hinterbliebene sehnen sich danach, geliebten Menschen nach ihrem Tod weiterhin nahe zu sein. Hierfür ist es in einigen europäischen Ländern gestattet, die Asche vollständig oder zu einem kleinen Teil nach dem Kremieren in einer Urne zu Hause aufzubewahren. Auf diese Weise kann zur Trauerbewältigung im ganz privaten Raum Abschied genommen und Erinnerungen begegnet werden. Angehörige haben die Gelegenheit, nochmals die gewünschte Bestattungsform zu überdenken oder sich dafür zu entscheiden, die Asche in eine Schmuckurne zu legen.

Rechtliche Hinweise zur Aufbewahrung einer Urne

Seit 1934 gilt in Deutschland der im Bestattungsrecht geregelte Friedhofszwang, mit dem eine Bestattung außerhalb kommunaler und kirchlicher Friedhöfe untersagt wird. Ausgenommen sind sowohl die See- als auch die Friedwaldbestattung, wofür allerdings eine besondere Genehmigung bei der zuständigen Behörde verlangt wird. Sollte entgegen dem Bestattungsrecht und dem damit verbundenen Friedhofszwang gehandelt werden, droht den Betroffenen eine Zwangsbeschlagnahmung der aufgehobenen Asche sowie die Bestattung auf eigene Kosten.

In anderen Ländern wie den Niederlanden, der Schweiz oder Tschechien wird die Asche vom Krematorium an die Angehörigen übergeben und kann ungehindert verstreut, beigesetzt oder zu Hause aufbewahrt werden. Oftmals findet sich auch eine Lockerung der Friedhofspflicht, bei der gestattet wird, dass die Asche zumindest für einen kurzen Zeitraum bis zur offiziellen Beisetzung auf einen genehmigten Friedhof heimgeführt werden kann. Inzwischen wird das Thema Friedhofszwang neu verhandelt – so auch in Deutschland und Österreich. Erste Ergebnisse dieser Diskussion lassen sich in Bremen entdecken, wo seit Anfang 2015 unter bestimmten Voraussetzungen eine Aushändigung der Asche an Angehörige möglich ist, allerdings auch hier nur für einen gewissen Zeitrahmen bis zur Beisetzung.

Aufbewahrung der Asche in Schmuck- & Gedenkurnen

Nach der Kremierung wird die Asche in einer Kapsel an den Bestatter oder den Friedhof überführt, wo der Angehörige diese abholen kann. Anschließend kann überlegt werden, wie die Aschekapsel aufbewahrt werden soll. Schmuckurnen sind in unterschiedlichen Designs und Materialien erhältlich, sie zieren Vitrinen, Kamine und Kommoden, können jedoch auch das Zentrum eines Altars sein, in dem mittels persönlicher Andenken vom Verstorbenem Abschied genommen und erinnert wird.

Angehörige können selbst entscheiden, ob ihnen eine klassische oder moderne Gestaltung zusagt und ob die Urne innerhalb oder außerhalb des Wohnraums aufgestellt werden soll. Falls eine Aufstellung im Garten oder auf der Terrasse gewünscht wird, sollte jedoch die Materialauswahl beachtet werden. So eigenen sich beispielsweise Schmuckurnen aus Messing und Ton nur bedingt für den Einsatz im Freien, da nicht gegossene Formen rosten und eingespeicherte Feuchtigkeit bei Kälte zum Zerspringen der Urne führen kann. Inzwischen gibt es eine große Auswahl an Schmuckurnen, die bei einer hochwertigen Ausführung von Hand gefertigt, bemalt und verziert sind.

Eine andere Möglichkeit zur Aufbewahrung der Asche bieten Gedenkurnen. Diese fallen häufig kleiner aus und werden nur mit einem Anteil der Asche gefüllt. Dafür sind sie allerdings freier in der Gestaltung – als Skulpturen, Dosen und sogar Edelsteinen gliedern sie sich harmonisch in die Umgebung des Zimmers ein und bilden eine individuelle Alternative zur Schmuckurne. Gedenkurnen können auch dazu verwendet werden, persönliche Gegenstände wie einen Ehering, etwas Haare oder ein Bild aufzubewahren.

Ob sich für eine Schmuck- oder Gedenkurne entschieden wird, ist lediglich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die vielseitige Palette der verwendeten Materialien lässt einen großen Spielraum in der Gestaltung, sodass jeder entscheiden kann, welche Urne am besten zu den eigenen Wünschen und denen des Verstorbenen passt.

Titelbild: © racamani – Fotolia.com

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Über den Autor

Bianca Geurden entdeckte bereits in jungen Jahren eine Leidenschaft für die textliche Gestaltung, die sie nach einem Studium der Germanistik und Kommunikationswissenschaften zu Serafinum.de führte. Hier kann sie ihre Vorliebe für Wörter damit verbinden, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen und die Kunstfertigkeit des Steinmetzhandwerks zu vermitteln.

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Ein Kommentar
 
  1. Martina Meier 3. September 2018 at 00:57 Antworten

    Ich bin ganz angetan von der Urne in Herzform mit den Engelflügeln. Das es auch Gedenkurnen gibt wusste ich leider nicht. Für einen zukünftigen Verlust eines geliebten Menschen weiß ich das jetzt. Danke.

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